In Pforzheim steht manches Gebäude schon an seinem dritten Verwendungszweck: das Schmuckatelier, das heute Büros beherbergt, die Werkstatt im Hinterhof, die zur Praxis wurde, die Fabrikhalle im Enztal mit angebautem Verwaltungstrakt. Wenn so ein Haus verkauft, vermietet oder finanziert wird, will die Gegenseite wissen, was es an Energie braucht. Das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG, bis Juli 2026 Gebäudeenergiegesetz) verlangt den Energieausweis spätestens bei der Besichtigung. Wir übernehmen den Rest: Sie senden Pläne, Fotos und vorhandene Unterlagen, wir rechnen den Bedarfsausweis mit bis zu vier Nutzungszonen, registrieren ihn beim DIBt und liefern ihn in 24 Stunden. Festpreis 899 EUR, ohne Vor-Ort-Termin.
Pforzheim heißt seit Langem Goldstadt. Schmuck und Uhren haben die Stadt groß gemacht, bis heute sitzen hier Schmuckhersteller, Goldschmiede, Edelmetallverarbeiter und Zulieferer. Hinzu kommen Metall- und Oberflächentechnik, Maschinenbau und Fahrzeugzulieferer. Der Metallschlauch-Spezialist Witzenmann hat seinen Sitz in der Stadt, dazu kommen die Hochschule Pforzheim mit den Schwerpunkten Gestaltung, Technik sowie Wirtschaft und Recht, die Sparkasse Pforzheim Calw, die Stadtwerke, ein großes Klinikum und der Einzelhandel in der Innenstadt.
Für Energieausweise bedeutet diese Mischung viele ungewöhnliche Gebäude. Klassische Fabriken mit Shed-Dächern und Hallenschiffen, Werkstattgebäude in Blockrandbebauung, Geschäftshäuser mit Verkaufsfläche im Erdgeschoss und Ateliers darüber, Verwaltungsbauten, Praxen, Autohäuser und Lager. Viele dieser Häuser tragen mehrere Nutzungen unter einem Dach, und genau dafür sind die bis zu vier Nutzungszonen im Festpreis gedacht: Produktion, Büro, Lager und Verkauf werden jeweils nach ihrer Nutzung gerechnet. Prozesswärme für Galvanik oder Schmelzbetrieb gehört nicht zur Gebäudebilanz, die Heizung der Halle schon.
Mit rund 125.000 Einwohnern ist Pforzheim das Oberzentrum an der Nahtstelle von Kraichgau, Nordschwarzwald und Stuttgarter Raum. Der Strukturwandel der Schmuckbranche hat Flächen freigesetzt, die umgenutzt, vermietet oder verkauft werden. Jeder dieser Schritte ist ein Anlass für den Ausweis, ab 2027 auch die Verlängerung bestehender Mietverträge. Wer weiß, wo sein Gebäude beim Energiebedarf voraussichtlich liegt, verhandelt mit Mietern und Banken auf festerem Boden. Dazu kommt die Lage zwischen Karlsruhe und Stuttgart: Viele Betriebe sind Pendler- und Zuliefererstandorte, deren Hallen und Büros auch von Auswärtigen gekauft oder gemietet werden. Gerade bei auswärtigen Interessenten gilt der Ausweis als Grundlage für die Kostenkalkulation, bevor die Besichtigung überhaupt stattfindet.